Silverlight vs. Flash – ein Vergleich
Microsofts neue Technologie Silverlight, verspricht eine schnellere und kostengünstigere Entwicklung von Webapplikationen und eine Menge Vorteile gegenüber Flash. Was steckt hinter der Technologie? Welche Vorteile bringt Silverlight? Lohnt es sich jetzt schon sich mit Silverlight auseinanderzusetzen? Ich möchte beide Technologien, nämlich Adobe’s Flash und Microsofts Silverlight gegenüberstellen und vergleichen.
Grundsätzliches
Silverlight
Microsofts Silverlight verspricht, dass Programmierer und Kreative problemlos zusammenarbeiten können. Die eigentliche Logik in ein Silverlight Projekt zu bringen ist Sache des Entwicklers und erfolgt wie „gewohnt“ mit dem Visual Studio. Mithilfe von Microsoft Expression Blend, ein Editor der an Flash und Illustrator zusammen erinnert, soll den Applikationen das Design eingehaucht werden. Microsoft Expression Blend ist nur ein Produkt aus einem ganzen Paket von Editoren, dass Microsoft unter dem Namen “Expression” veröffentlicht hat.
Momentan ist Silverlight in zwei Versionen verfügbar. Silverlight 1.0 (Beta) und Silverlight 1.1 (Alpha). Die Version die vorher unter der Versionsnummer 1.1 bekannt war, soll im ersten Quartal 2008 unter der Versionsnummer 2.0 (Beta) erscheinen. Diesen Sprung in der Versionsnummer rechtfertigt Microsoft mit dem hohen Aufwand der für die neue Version betrieben werden musste. Im englichsprachigen Blog von Oliver Scheer, Entwickler und Evangelist (Microsoft Deutschland), sind alle Neuerungen der Version 2.0 aufgeführt.
Flash
Seit dem Erscheinen der ersten Flash Version im Jahre 1997, hat sich eine Menge getan. Viele “Flasher” sehen Flash und dessen proprietäre Scriptsprache ActionScript 3.0 (auf Basis von ECMAScript-Standards) mittlerweile als vollwertige Programmiersprache an. Flash wurde mit der Idee eines “vektorbasierten Illustrationsprogramms” geboren.
Vergleicht man beide Ansätze so fällt folgendes auf: Flash entwickelte sich vom Illustrations- und Animationstool zur ernsthaften Programmiersprache im Bereich der Webentwicklung. Silverlight geht scheinbar den Weg umgekehrt und bringt in eine Umgebung, die eigentlich bisher nur Anwendungsentwicklern vorbehalten war, plötzlich Animation und Grafik mit ein.
Über die klassische Rolle des .NET Entwicklers
Ob der klassische .NET Entwickler dem Ansatz von Microsoft, nämlich Programmierung und Design zu verknüpfen, standhält bleibt jedoch die Frage. Ohne sich Vorurteilen zu bedienen fehlt häufig der berühmte Blick über den “Tellerrand” genau in diesem Bereich und nun soll genau dieser Anwendungsentwickler in der Lage sein Technik mit Design zu verknüpfen?
Auch wenn die Rolle zwischen Programmierung und Design bei Silverlight klar geregelt sein soll, bleibt doch die Frage inwieweit sich der klassische Programmierer in nicht-lineare Strukturen von Animationstechniken eindenken kann. Spätestens hier wird deutlich, dass die viel gepriesene Schnittstelle zwischen Design und Programmierung deutliche Löcher aufweist.
Silverlight basiert auf WPF und XAML!
WPF bedeutet „Windows Presentation Foundation“ und ist laut Wikipedia ein Framework zur Ausgabe von 2D-/3D-Grafiken, Video, Audio und Bildern. […]setzt auf DirectX und bietet dadurch volle Hardwarebeschleunigung.
XAML heißt ausgeschrieben “eXtensible Application Markup Language“. XAML ist ein Format von Microsoft und dient dazu Elemente in Silverlight zu definieren wie z.B. Dreiecke, Bilder, Rechtecke, Buttons, Videos, Animationen etc. Das XAML Format ist mit dem XML Format vergleichbar.
Wie hängt XAML mit WPF zusammen?
XAML ist quasi die Beschreibung für die verschiedensten Elemente in einem Silverlight Projekt, die mit Hilfe von WPF dargestellt werden sollen. WPF setzt das was in XAML geschrieben wurde in ein UI um!
Welche Vorteile bietet XAML gegenüber der Bibliothek von Flash?
Im Grunde genommen kann kein direkter Vergleich zwischen Flash und Silverlight in diesem Punkt gemacht werden, da beide Technologien völlig unterschiedlich aufgebaut sind. Flash verwendet eine Bibliothek, in der Elemente (Bilder, Videos, Vektor-Grafiken, Sounds etc.) liegen, die zur Laufzeit eingebunden werden können und auf die per ActionScript zugegriffen werden kann.
Silverlight hingegen nutzt XAML um Elemente wie Videos, Bilder, Formen etc. einzubinden. Dies hat den Vorteil, dass die XAML Datei (XML) von allen Programmiersprachen verstanden wird und man sich nicht von einer Sprache abhängig machen muss. So ist es egal ob man JavaScript oder C# den XAML Code vorlegt, beide würden ihn verstehen. XAML ist eine deklarative, dass heißt beschreibende, Markup Sprache.
Weitere Pluspunkte könnte XAML im Hinblick auf Suchmaschinen sammeln. Flash-Inhalte sind nach wie vor nur schwer oder überhaupt nicht von Suchmaschinen aufzuspüren.
Microsoft Expression Blend
Unter dem Namen Expression stellt Microsoft eine ganze Serie von Editoren zur Verfügung.
XAML kann sehr schnell sehr komplex und unübersichtlich werden, da die Attribute für ein einzelnes Element (z.B. ein Rechteck) wie Höhe, Breite, Hintergrundfarbe, Platz zum linken Rand, Platz zum oberen Rand, usw. alles in der XAML (XML) Datei definiert werden müssen. Komplexe 3D-Szenen werden in XAML zum Beispiel mit langen Zahlenfolgen beschrieben. Man könnte mit Hilfe eines normalen Text-Editors und mit einem enormen Zeitaufwand komplexere XAML Dateien erstellen, aber dies möchte wirklich niemand.
Damit man den oben gezeigten XAML Code nicht von Hand schreiben muss und den Überblick bei komplexeren und großen XAML Dateien behält, hat sich Microsoft einen Editor Namens Expression Blend ausgedacht. Mit Hilfe der visuellen Oberfläche von Microsoft Expression Blend erstellt man einfach Inhalte für sein Projekt, der eigentliche XAML Code wird jedoch im Hintergrund erzeugt.
Mit Microsoft Expression können Grafiken erstellt und animiert werden, doch die eigentliche Programmierung eines Silverlight Projektes erfolgt mit Hilfe von Visual Studio.
Expression Blend und Visual Studio bilden eine Einheit, und genau hier liegt der Vorteil von Silverlight gegenüber Flash. Ein und dasselbe Silverlight Projekt, kann mit Visual Studio (Programmierer) als auch Expression Blend (Designer) bearbeitet werden. So kann der Entwickler die XAML Datei in Visual Studio einfach abrufen und die vom Designer in Expression Blend erstellten Grafiken verwenden.
Perfektes Zusammenspiel: Expression und .NET
Jedes Objekt (Bild, Video, Animation, Form etc.), dass in Microsoft Expression Blend erzeugt und in der XAML Datei abgelegt wurde, erhält eine eigenständige “ID”. Mit Hilfe dieser “ID”, kann in Visual Studio ganz einfach der Zugriff auf ein beliebiges Objekt programmiert werden. So braucht der Entwickler einem Animations-Objekt beispielsweise einfach nur noch zu sagen wann die Animation starten soll. Alles weitere wurde schon in Expression Blend hinterlegt.
Ein neues Projekt kann wahlweise über Expression oder Visual Studio angelegt werden. Aus Visual Studio heraus kann die XAML Datei direkt mit Expression bearbeitet werden und umgekehrt. Bereits bei der Beta Version von Visual Studio Codename Orcas und der Beta von Expression Blend macht diese Schnittstelle einen durchdachten Eindruck. Die neue Version von Expression Blend wurde um zahlreiche tolle Features erweitert und enthält deutlich weniger Bugs als sein Vorläufer.
Fazit
Fakt ist, dass Microsoft mit Silverlight eine sehr stabile Basis hat um Flash ernsthafte Konkurrenz zu machen. Fakt ist auch das der Einfluß von Microsoft, dank Windows XP, Vista und Co., sehr gewaltig ist. Ob Microsoft sein Silverlight Plugin zukünftig über Updates verbreiten wird ist noch nicht bekannt. Momentan versucht Microsoft einige große Partner zu gewinnen um das Silverlight Plugin so bekannt zu machen. So wird zum Beispiel der Film “Jackass 2.5″ im Internet Premiere feiern und nur über Silverlight Streaming anzusehen sein.
Dennoch steht Microsoft eine gewaltige Masse an “Flashern” gegenüber die nur schwer für die neue Technologie zu begeistern sein wird. Ohne Kenntnisse in Visual Studio lässt sich nur oberflächlich in Silverlight arbeiten. Es macht erst richtig Spaß wenn man sich mit VisualStudio etwas auskennt.
Ich denke es ist mit Sicherheit zu früh für eine Prognose. Wie es mit beiden Technologien weitergeht entscheidet die Zeit. Klar ist jedoch das die Zeit momentan gegen Adobe läuft.
Weblinks





Am 5. Juni 2007 um 16:32 Uhr
Hi, ich denke man kann Silverlight eher mit Flex von Adobe vergleichen. Aber selbst dann mag ich nicht auch noch Visual Studio lernen. Webentwickler auch noch damit zu bewerfen ist echt sinnlos meines Erachtens.
Am 6. Juni 2007 um 07:17 Uhr
Hi!
Der Vergleich Flex und Silverlight funktioniert schon mal garnicht. Warum denkst du könne man beide vergleichen? Wo siehst du Gemeinsamkeiten? Silverlight hat eben den Vorteil, wie schon in meinem Vergleich geschrieben habe, dass die Trennung von Design und Programmierung absolut gelungen ist und das hinter Silverlight das .NET Framework arbeitet welches eine Vielzahl an bekannten Klassen mitbringt.
Wenn man sich ein bisschen mit C# beschäftigt dann fällt auf das sehr viele Parallelen zu AS2.0 aber insbesondere zur AS3.0 Programmierung bestehen.
Grüße Christian
Am 10. Juni 2007 um 00:47 Uhr
Das Flash-Inhalte in Suchmaschinen nicht gefunden werden ist einfach nur ein Märchen. Google sowie Windows-Livesearch als auch Yahoo können seit langem ohne Probleme den Text innerhalb von Flash indexieren. Google blendet dabei ein kleines [flash] neben dem Suchergebnis ein. Leider hält sich dieses Gerücht hartnäckig weil es keiner mal wirklich ausprobiert. Zudem ist Flash längst eine ausgewachsene Programmiersprache und IDE, die mit Apollo auch stark auf dem Desktop Fuß fassen wird.
Am 11. Juni 2007 um 08:36 Uhr
Hi!
Ich habe diese Tatsache bewußt verschwiegen weil beim Durchsuchen von Flash Inhalten durch Suchroboter leider die semantischen Zusammenhänge völlig verloren gehen. Die Suche in Flash Inhalten ist nach wie vor die berühmte Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Aus technischer Sicht wird sich das in Zukunft auch nicht ändern denn es gibt immer noch 1001 Möglichkeit einen Flash Film aufzubauen. Was ist mit dynamischen Inhalten in Flash? So etwas wird z.B. überhaupt nicht erfasst.
Bei einer Silverlight Applikation hingegen ist dank der XAML Datei eine Semantik vorhanden. Es gibt nur einen Weg diese Datei aufzubauen und dank XML lassen sich Suchbegriffe einfach auffinden und zuordnen.
Grüße Christian
Am 12. Juni 2007 um 08:47 Uhr
Du schreibst: “XAML ist ein Format von Microsoft, genau wie XML, [...]”
- seit wann ist XML ein Format von Microsoft?
Wahrscheinlich meinst du, dass es ein XML-Dialekt ist, der aber von Microsoft stammt. Wenn das der Fall ist, würde ich das allerdings anders als zitiert schreiben. So ist es nämlich äußerst missverständlich…
Schönen Gruß,
Stefan
Am 12. Juni 2007 um 09:10 Uhr
Hi!
Danke Stefan! Das wäre ja noch schöner wenn XML von Microsoft kommen würde. Ich habe die missverständliche Passage geändert.
Vielen Dank für den Hinweis.
Grüße Christian
Am 12. Juni 2007 um 13:19 Uhr
Hi.
Schöner Artikel.
Vielleicht hättest Du noch erwähnen sollen, daß die Silverlight-Projekte nur auf dem PC laufen und entwickelt werden können und der MAC außen vor bleibt.
Gruß, Peter
Am 19. Juni 2007 um 12:38 Uhr
@Peter Köller
Das ist nicht richtig:
http://msdn2.microsoft.com/en-us/silverlight/bb419317.aspx
Zumindest auf dem Intel-MAC läuft es.
Am 24. Juni 2007 um 09:54 Uhr
Der Artikel in der iX 7/2007 sieht es übrigens auch so, dass man Flex eher als Flash mit Silverlight vergleichen kann, gerade in Version 1.1 und mit Blend aus dem Expressionstudio.
Aber ich will mich nun nicht darüber streiten, Konkurrenz belebt das Geschäft. Schade nur, dass diese Konkurrenz von Microsoft kommt…
Am 6. Juli 2007 um 15:40 Uhr
Moin!
Ich hab mich heute mal in Silverlight versucht. Eigentlich schlag ich mich ja mit Flash rum, deshalb kam mir auch bald mal die Frage wie’s denn mit ‘ner Bibliothek ausschaut in Silverlight. Ich hab das aber noch nicht ganz raus… muss ich jetzt für jeden style ne xaml datei machen oder gibt es eine art Sammlung auf die ich dann styles oder am liebsten Objekte referenzieren kann? …in Flash ist das viel ersichtlicher.
schon Erfahrungen?!
Grüsse Mathias
Am 19. Juli 2007 um 17:59 Uhr
[...] Christian Pfeil: Silverlight vs. Flash – ein Vergleich [...]
Am 15. August 2007 um 14:05 Uhr
Schon mal was von OpenLaszlo gehört?
http://de.wikipedia.org/wiki/OpenLaszlo
Am 17. August 2007 um 04:49 Uhr
@Tom: Ich sehe das ähnlich wie Du, Silverlight muss mit Flex verglichen werden. Aber auch der Vergleich mit Flash ist nicht völlig daneben. Letztendlich erzeugt der Flex Compiler aus MXML und ActionScript Sourcen eine Flash Datei.
@Christian: In Flex kann Design und Programmierung sauber getrennt werden. Flexanwendungen (oder auch Flash) spielen hervoragend mit JEE Anwendungen zusammen. Wo ist das Problem? (nicht mit C#, da hast Du recht).
@Thomas F OpenLaszlo halte ich ebenfalls für sehr vielversprechend. Schon irgendwie sexy aus einer Quelldatei wahlweise DHTML/AJAX oder Flash zu erzeugen.
Am 17. August 2007 um 08:34 Uhr
@Ralf Sczepan, @Thomas: OpenLaszlo ist prima. Ich habe nur leider das Gefühl das OpenSource Projekt ist ein wenig eingeschlafen, kann das sein? Ich zweifle irgendwie immer noch daran das man aus einem Code beides erzeugen kann und dann das DHTML dann sauber auf allen Browsern läuft. Wenn AS noch etwas abstrakter wäre, könnte man auch aus einer MXML (Flex) Datei quasi DHTML erzeugen.
@Ralf Sczepan: Klar, das habe ich auch nicht behauptet das Flex Design und Programmierung nicht trennt. Die Einbettung von Flash Bibliotheken finde ich zumindest sehr sexy, da hier auch Entwickler und Designer eng zusammenarbeiten können.
Ich schreibe momentan an einer Fortsetzung dieses Artikels, die Flash und Silverlight im Detail vergleicht.
Wünsche euch ein schönes Wochenende!
Grüße Christian
Am 12. September 2007 um 11:17 Uhr
[...] noch eine Seite zeigen die recht gut paar Vor- und Nachteile von Silverlight vs. Flash darstellt: Vergleich Teil 1 Vergleich Teil [...]
Am 7. Oktober 2007 um 10:23 Uhr
Danke für diesen interessanten Artikel.
Möchte einen Aspekt hinzufügen: Aus meiner Sicht ist Silverlight auch ein sehr schönes Konkurrenzprodukt zu Java. Silverlight bietet mir als C#-Programierer die Möglichkeit, Windows-Anwendungen mit relativ geringem Portierungsaufwand auch im Browser lauffähig zu bekommen. Bisher gab es nur die Möglichkeit, zu Java oder Flash zu greifen, und da mußte alles umprogrammiert werden.
Da es bereits eine riesige Zahl an C# – Programmierern gibt, könnte Silverlight sicher ein großer Erfolg werden.
Am 9. Oktober 2007 um 19:05 Uhr
[...] Microsoft Silverlight 1.0 Microsoft veröffentlichte die erste Version der neuen Web-Präsentationstechnik, die der Darstellung und Animation von Oberflächen aus grafischen Elementen und Media-Daten in Browsern dienen soll. Dynamische Aktionen können mit JavaScript implementiert werden, wobei Silverlight-Inhalte von Browsern mithilfe eines entsprechenden Plugins, das zuerst installiert werden muss, interpretiert werden können. Microsoft positioniert Silverlight als Konkurrenzprodukt zu Adobe Flash-Player. Mehr zum Thema: Silverlight vs. Flash – ein Vergleich. [...]
Am 12. Oktober 2007 um 11:03 Uhr
Danke für diese kurze aber gute Gegenüberstellung.
Am 20. November 2007 um 10:23 Uhr
wie kann ich Silverlightprojekt (datei) zu meiner Webprojeckt (Java) bringen
Am 20. November 2007 um 10:40 Uhr
Hallo!
Ich verstehe deine Frage nicht ganz. SL Projekte lassen sich grundsätzlich überall da implementieren wo HTML dargestellt werden kann und das SL Plugin installiert ist.
Grüße Christian
Am 8. Dezember 2007 um 11:44 Uhr
Hallo,
ich als Internetnutzer sehe das aus einer anderen Perspektive.
Mich nerven Adobeprodukte. Will ich ein Prospekt ansehen muß ich den Reader installieren. Will ich Informationen, werde ich sehr oft genötigt Flash zu installieren. -Es giebt immer weniger Seiten die einen Flash freien Zugang haben.- Wenn ich aber die Update- und Protokollfunktionen sehe, sowie die Bug- und Sicherheitslückenlisten, dann sollte jedes Wort gegen Microsoft verstummen.
Um den Rundumschlag komplett zu machen, Real- und Quicktimedaten zähle ich dazu.
Ich möchte einfach nur Informationen aus dem Internet beziehen ohne ein Heer von Software zusätzlich installieren zu müssen.
Am 9. Dezember 2007 um 12:43 Uhr
Tja, mit Adobe hast du wenigstens noch die Möglichkeit, dir die Angebote im Internet anzusehen. Mit Microsoftprodukten ist es auf anderen Betriebssystemen gar nicht möglich. Ich als Internetnutzer bin also durchaus nicht erfreut, wenn mir komplette Bereiche abgeschnitten werden, ohne die Möglichkeit, es nachrüsten zu können.
Am 10. Januar 2008 um 09:08 Uhr
google mal moonlight, ein subprojekt von mono. wenn die technologie verbreitet genug ist gibt es alles für überall. aber dass microsoft die fäden in der hand hält gefällt mir auch nicht gerade besonders (und das sage ich als c# entwickler :-S )
danke für den tollen vergleich…
Am 16. Januar 2008 um 10:40 Uhr
Danke für den schnellen Vergleich, ich bin nur durch Zufall auf Silverlight gestoßen. Da kann ja noch was auf uns zukommen
Im Grunde ist das nur ein weiterees Beispiel dafür, dass die Entwicklung im Web nicht still steht und sich – im Gegenteil – rasant entwickelt. Ich programmiere selbst und habe meine Not, in allen Bereichen zeitgemäß zu bleiben.
Aus User-Sicht gebe ich Uwe übrigens völlig Recht, aber mir ist natürlich klar, dass sämtliche individuelle Inhalte nicht mit einem Plugin darstellbar sind. Dennoch ärgert es mich immer wieder, wenn bestimmte Flash-Inhalte in meinem Firefox nicht laufen wollen, weil das Flash-Plugin angeblich nicht installiert sei. Die Einbindung der Updates etc. könnte vorzugsweise ähnlich komfortabel ablaufen, wie das Update sämtlicher Firefox-Erweiterungen.
Am 17. Januar 2008 um 12:36 Uhr
“Die Einbindung der Updates etc. könnte vorzugsweise ähnlich komfortabel ablaufen, wie das Update sämtlicher Firefox-Erweiterungen.” eine schöne idee
Am 22. Januar 2008 um 14:27 Uhr
Silverlight läuft auf MAC nur als Browser Plugin… Editorsoftware wird (bislang) nicht für OSX unterstützt… Flash ist absolut Crossplatform kompatibel… will heissen: Ich kann als Designer selbst entscheiden welche Hardware und Software ich benutzen will (Ob MAC oder PC)… Ausserdem ist die Integration der gängigen Designanwedungen (Photoshop, Illustrator, InDesign, usw) mit Flash absolut mühelos zu bewältigen…
Vom Standpunkt des Designers her sage ich nur:
1. Adobe arbeitet für und nicht gegen mich…
2. Ob .net oder Actionscript ist mir als Designer egal nur funktionieren muss es…
3. Flash hat 10 Jahre Entwicklungsvorsprung
Am 23. Januar 2008 um 10:17 Uhr
.. man kaufe sich die aktuelle c’t und lese den Bericht über das Projekt NSCA Mosaic und Netscape (oder man hat es selbst erlebt
. Ob es einem gefällt oder nicht, wenn sich MS auf ein Thema einschießt, wars das mit der Konkurrenz. Und so wird es Flash – leider ?! – auch ergehen. Also besser gleich mit Silverlight, WPF und C# vertraut machen. Das Zeugs hat Potential und wird euch vermutlich die Brötchen, die ihr jetzt mit Flash verdient, in 5-10 Jahren erhalten.
Am 25. Januar 2008 um 06:30 Uhr
Also Microsoft hat wie immer den Trend der Zeit verschlafen und versucht nun doch noch in diesen Zweig mit einzusteigen.
Ich persönlich glaube aus folgenden Dingen nicht an einen Erfolg:
*Flash ist schon sehr etabliert
*Flash ist zumindest beim Betrachten plattformunabhängig
*Silverlight nutzt XAML, Microsofts erbärmlicher Versuch einen Standard einzuführen, anstatt etabliertes XML zu verwenden (XAML-Gegner werden also auch gegen Silverlight sein)
*Java wäre gegebenenfalls eine Alternative zu Flash, brauchen wir wirklich eine dritte? Damit gilt Silverlight aus meiner Sicht als jetzt schon überflüssig.
Flash funktioniert, Flash ist weit verbreitet, Flash hat sich gut entwickelt. Youtube, MyVideo und die anderen Portale dieser Art werden nicht auf Silverlight umsteigen, die bestehenden Seiten auch nicht. Die große Masse wir Microsoft nicht erreichen, höchstens ein paar kreative C( /#)-Entwickler, aber die bieten garantiert keinen Inhalt für die Massen.
Einzige Möglichkeit für Microsoft wäre es, wenn sie Silverlight als quelloffen freigeben. Dann würde XAML garantiert durch XML ersetzt und anderen tolles würde geschehen. Solange es jedoch Microsoft gehört, und an diesen lächerlich ideologischen Punkten festgehalten wird, sehe ich nicht die Wahrscheinlichkeit, trotz eines gewissen Potentials, daß es sich etabliert und Flash ernsthaft zur Konkurrenz wird.
Übrigens ist es in Flash sehr einfach möglich eine bessere Suchmaschinenindezierung zu erreichen, aber genauso ist es mit sauberem HTML: Alles eine Frage des Autors! Die (allgemeine) Unfähigkeit des Erstellers sollte nicht mit Pseudounfähigkeiten des Programms gleichgestellt werden! So ist Flash bei richtiger Nutzung auch wesentlich barrierefreier als alles andere.
Am 29. Januar 2008 um 11:54 Uhr
Also, ich bin eher der Meinung, daß solche Tchnologien zumindest im Webdesign nur da was zu suchen haben, wo es tatsächlich um Grafiken geht (beispielsweise künstlerisch oder als technische Veranschaulichung), aber nicht um Funktionalität.
Vor ein paar Tagen hatte ich Probleme, mich auf der Seite meines ISPs einzuloggen. Ich hab diverse Browser in zwei Linux- und 3 Windows-Versionen probiert. Dann den Support angerufen (kostenpflichtig!) und wurde gebeten mein Flash zu erneuern – für ein Login!! Hat dann auch nichts genützt. Inzwischen ist irgend was an der Webseite passiert, plötzlich gehen alle Browser in allen Systemen.
Zweites Beispiel: Ich wollte mir die Windows PowerShell ansehen. Dazu mußte ich .NET erneuern, Silverlight installieren und Debug-Tools erneuern. Bei Silverlight wurde ich auf ein Betatest-Programm des MS-Downloadcenters hingewiesen und hab mir das mal angeschaut. Schön bunt, aber im Grunde fragt es Datenbank-Recourcen ab und zeigt das Ergebnis an. Wozu die Grafikpower? Und kommt man irgnd wann ohne dies Gedöns nicht mehr an die Inhalte?
Ich finde ja bei PowerShell interessant, daß es mit .NET-Objekten arbeitet (die haben Eigenschaften, in denen meine Werte stehen – ich muß nicht die Text-Rückgabe von z.B. ipconfig mit regulären Ausdrücken auseinander basteln, um einen Wert zu finden), aber der Nachteil ist, was ich mir alles ins System schrauben (und aktuell halten) muß, um das zu nutzen.
Und ob ich mir nun ein Silverlight- oder ein Flah-Plugin im Browser installieren muß, um eine Webseite zu sehen, die beides an sich nicht braucht, ist doch eigentlich auch latz, oder? Um beides zukönnen, brauch ich halt noch mehr Plugin-Kram.
Bei .NET reizt mich die Idee der CIL und die Möglichkeit, GUIs zu bauen für eine heterogene Codebasis und das als Anwendung auf einem lokalen Rechner laufen zu lassen, aber dabei werde ich den Gedanken (der ja auch erwähnt ist) an X-Window oder das Verhältnis etwa von KDE / Qt zum darunter werkelnden Linux nicht ganz los. Wobei ich zugegebenermaßen mit GUI-Erstellung bisher kaum zu tun hatte. Und obwohl ich auch einges an XML-Hype nicht nachvollziehen kann – der Vorteil, daß Text ist, ist unbestreitbar!
So folge ich tendentiell PeterPan in dem Gedanken, daß es ein starkes Motiv für Microsoft ist, an Stellen, wo es eigentlich unnötig ist, die aber beliebt sind, sich mit proprietären Lösungen zu etablieren. Nicht wirklich neu. Ich sehe ja durchaus spannende Ansätze, aber es erinnert mich auch an die klassische “Lösung, für die wir das Problem noch finden müssen”.
Am 6. Februar 2008 um 13:47 Uhr
insgesamt ein interessanter Thread. Für normale Websites bräuchte man wohl auch kein Silverlight. Animationen, Slideshow, Gallerien – all das geht mit Flash/Flex genauso gut.
Spannend wird Silverlight für Anbieter hochwertiger Contents vor allem in Kombination mit Microsoft DRM. Insbesondere bei Sites mit Video-Integration ist Silverlight nicht nur performanter, sondern auch sicherer.
Am 6. Februar 2008 um 14:04 Uhr
Hallo Oliver,
ich denke DRM wird in naher Zukunft beerdigt werden. Immer mehr Musikanbieter verabschieden sich von diesem lästigen Thema und das zurecht. Warum sollte Microsoft in Zukunft mit seinem DRM Erfolg haben, bzw. warum sollte man Silverlight nur wegen DRM als Format wählen. Das verstehe ich nicht ganz.
Grüße Christian
Am 10. Februar 2008 um 09:41 Uhr
Erstmal vilen Dank für die Info! Und noch spaßeshalber die Meinung eines mittlerweile ergrauten Internetusers:
Ich bin in -zig Jahren WWW nur über eine einzige Site gestolpert, auf der ich Flash und Quicktime überhaupt als notwendig akzeptieren konnte: Die “Optical Illusions and Visual Phenomena” von Michael Bach. Ansonsten: Überflüssig – insbesondere Flash – wie ein Kropf und genau so unästhetisch wie lästig – optischer Tinnitus. (Gilt natürlich auch für “real” et al.)
Ich erwarte reelle, kondensierte Information ohne _sinnlose_ Bilder und ohne jede nervtötende Flackerei und Animation. Ich erwarte ausschließlich das Wesentliche direkt, einfach und schnell zu finden und ohne jedes Beiwerk – explizit zum sofortigen, mühelosen Ausschluss nicht zielführender Information – und zusätzlich druckbare und durchsuchbare Infos, wie Datenblätter und Anleitungen, in höchster inhaltlicher (!) Qualität und Ausführlichkeit. Und das im PDF und ebenfalls ohne jeden Firlefanz. Ich erwarte (wieder-) erkennbare Thumbs/Links auf verbindliche, große Bilder, wo die Information das erfordert, zu öffnen in einem weiteren Tab.
Alles andere führt zu persistenten Unmutszuständen. Wer das also nicht bietet, “fliegt raus” aus der Entscheidungskette – das Produkt wird zu 100% genau so besch…en sein, eher schlimmer. Erst, seit ich “Klickibunti” mit Adblock plus, NoScript, Stylish und zur Not händisch mit Aardvark ganz militant bekämpfen kann und nur gelegentlich (wenn ich mal unverschämterweise in der schwächeren Position bin) temporär (!) freigebe, ist das “neue” Internet überhaupt erträglich.
Werde ich mir also Silverlight installieren? Forget it!
Werbung und Multimedia in der heute überwiegenden Form sind eine genauso perverse Verschwendung und Vernichtung menschlichen Vermögens, wie Krieg. Aber wer glauben wollte, zahlte ja schon immer den höchsten Preis – schlussendlich mit (s)einem sinnlos gewordenen Leben.
(Sorry, das letzte war jetzt auch Unmut – aber ich stehe dazu
…)
Gruß, Joachim
P.S.: Ich halte mich für einen intensiven Internet-User
Am 10. Februar 2008 um 10:05 Uhr
Bei Silverlight geht es nicht um Webseiten, es geht um Webanwendungen, die sich von Desktop-Anwendungen nicht mehr unterscheiden sollen (RIA). Das ist schlicht DER Trend, wie Software generell zukünftig funktionieren soll. Deswegen kabbeln sich nicht nur Adobe und Microsoft, auch Sun ist mit JavaFX dabei. XAML – basierte Anwendungen würden ohne Silverlight nur auf dem Desktop laufen. Bei Adobe ist es umgekehrt, die mussten AIR einführen, was Flash/Flex auf den Desktop bringt. Microsoft hat hierbei zwei grosse Probleme: Flash (und damit auch Flex) ist auf mehr Rechnern installiert wie Windows. Und: C#-Entwickler wie ich sind vom Resourcen-Hunger und der Performance vom WPF einigermassen ensetzt, schliesslich hat das mit WindowsForms nichts mehr zu tun. Ich empfehle dieses Video: http://www.infoq.com/presentations/coenraets-ria-flex-air zu Flex, wo auch Beispiele demonstriert werden. Da wird deutlich, wie weit Adobe seinen Vorsprung bei Vektorgrafik – Benutzeroberflächen schon ausgebaut hat.
Am 8. März 2008 um 06:03 Uhr
Toll, für die ExpressEdition für VS 2008 funktioniert SilverLight nicht, war klar. Soll Bill G. mit seinem Zeugx glücklich werden.
Am 10. März 2008 um 09:17 Uhr
Hallo!
Vollkommen richtig, für die Visual Studio Express Edition gibt es derzeit keinen Support für Silverlight. Ich denke aber das Microsoft zukünftig auch Entwicklern, die die kostenlose Express Edition nutzen, das Erstellen von Silverlight-Applikationen ermöglichen wird. Gerade jetzt in der Anfangszeit wo man Silverlight unter das Volk bringen muss, wäre es wirklich dumm von Microsoft dies nicht zu tun.
Grüße Christian
Am 19. März 2008 um 08:52 Uhr
@ Joachim – danke
Am 27. März 2008 um 11:43 Uhr
Ich denke, dass gerade bei RIA´s Silverlight massiv an Boden gewinnen wird. Durch die gute Office-Integration von C# hat MS hier doch eindeutige Vorteile gegenüber Adobe. Schwächen im Animationsbereich spielen hier dann auch eine eher untergeordnete Rolle, da diese in RIA´s eh’ nix zu suchen haben.
Im traditionellen Web-Bereich hingegen wird es wohl schwierig werden für Silverlight. Das liegt dann zwar weniger an den benötigten PlugIn´s (die wird MicroSoft schon an den Mann bringen) als an der Tatsache, dass es einfach zu viele Flashentwickler/designer gibt, die wohl erstmal nicht so ohne weiteres freiwillig wechseln werden.
Am 23. April 2008 um 00:21 Uhr
Hi,
Ich möchte noch ein weiteres Konkurrenzprodukt ins Gespräch bringen: Curl Nitro (http://www.curl.com):
Ausgewachsene Programmiersprache mit Sandkasten Runtime Engine, 2D/3D Rendering, Online/offline Modus (siehe AIR), etc.
Gerade in Intranet-Bereich bietet Curl die nötige Performance und Server-Integration
Am 23. April 2008 um 06:58 Uhr
Hi,
danke für den Tipp! Scheint ein kommerzielles Projekt zu sein. Ich denke es lohnt sich aber auf jeden Fall das zu beobachten. Hast du schon mal die Beta-Version ausprobiert?
Grüße Christian
Am 23. April 2008 um 08:48 Uhr
Ja, ich kenne und arbeite schon seit dem ersten öffentlichen Release (2003) mit Curl. Die Firma verfolgt auch eine OpenSource-Strategie, einige Teile des Sourcecodes sind bereits verfügbar. Es soll auch eine Eclipse-IDE geben. Das aktuelle Release ist Curl 6.0. Curl 7.0Beta (=Nitro) gibt es seit letzter Woche.
Gruß, Friedger
Am 9. Mai 2008 um 13:41 Uhr
Du schreibst: “WPF bedeutet „Windows Presentation Foundation“ und ist laut Wikipedia ein Framework zur Ausgabe von 2D-/3D-Grafiken, Video, Audio und Bildern. […]setzt auf DirectX und bietet dadurch volle Hardwarebeschleunigung.”
Es gibt ja ein SL Plugin für den Mac, aber wie funzt dort die Hardwarebeschleunigung über DirectX? Fällt die komplett flach?
Am 11. Mai 2008 um 14:25 Uhr
Silverlight [UPDATE]…
Also, wenn ich das jetzt richtig verstanden hab, dann ist Silverlight das von Microsoft initiierte „Flash“ mit .NET Programmierbackground. Okay … installiert habe ich das Plugin mal. Auf Silverlight.net lief auch das Menü der Seite im Saf…
Am 22. Mai 2008 um 22:27 Uhr
Ich bin auf silverlight über ein wissenschaftliches Projekt aufmerksam geworden, das von Microsoft gesponsert wird. Es dreht sich um die Darstellung eines Teils der berühmten Sinaiticus-Handschrift, der in der ULB Leipzig aufbewahrt wird. Wenn man die Seite betrachten will, muß man das silverlight plugIn installieren. Allerdings erklärt man sich dann mit den license Bedingungen einverstanden, die ich gelinde gesagt unverschämt finde. Zwei Dinge stören mich gewaltig: 1) die Umständlichkeit, daß man erst etwas installieren muß, um ein Digitalisierungsprojekt zu betrachten. Das widerspricht den open access Ideen, die für staatliche Bibliotheken oberstes Prinzip sein müssten. 2) Es ist kein Zufall, daß Microsoft solch herausragende Projekte finanziell fördert. Damit wird versucht, über den Zugang zu öffentlichem Kulturgut, den eigenen Einfluß zu wahren
Am 24. Mai 2008 um 14:35 Uhr
@Martin: zu 1) kann ich nur sagen, dass Browser ohne Plugins schön und gut sind, aber nicht mehr der aktuelle Stand. Acrobat Reader, Flash sind weit verbreitet, aber auch die muss man installieren. Also wer mehr als statische Seiten oder animierte a la Ajax haben möchte, muss diesen Umstand in Kauf nehmen. (Curl ist da keine Ausnahme.) Der Mehrwert rechtfertigt den Aufwand alle mal.
Am 25. Mai 2008 um 14:46 Uhr
@Friedger
das mit dem Plugin ginge ja noch. Problematisch sind die damit verbundenen license agreements.
Am 26. Mai 2008 um 18:16 Uhr
Als Entwickler rate ich dringend ab von Flash. Versteht man PHP, JS, C# und C , oder gar Java, erscheint einem Flash oder deren Skriptversuche, wie soll ich sagen, rudimentär und albern. Es ist keine vollwertige Sprache, gleich ob das hier behauptet wird. JS (JavaScript) ist FlashScript um Lichtjahre voraus.
Dergleichen im Vergleich zu .NET.
Ich weiß leider nicht, wie tief Silverlight in .NET einsteigt, aber im Vergleich zu anderen Sprachen, ist .NET eine sehr aufgeräumte, saubere Umgebung, die eben aus diesen Gründen von mono (mono-project.com) so gerne portiert wird sogar auf Linux (wo ich im übrigen ebenfalls entwickle, mit C#, um Zeit und Ressourcen zu sparen). Wenn Sie mich fragen, lassen Sie als Entwickler die Finger von beidem: aber tendieren Sie (als Entwickler) zu einem .NET-Kind.
Sprechen wir jedoch von Web, Design, dann tendierte ich wohl zu Flash, da es viel Erfahrung hat und zudem weit, weit verbreitet, ein quasi Standard ist. Wahrscheinlich wird Silverlight sich genau so wenig durchsetzen wie seinerzeit Java (Nischendasein) oder VML (Microsoft) oder VBScript (Microsoft) oder SVG (leider, nach wie vor, trotzdem so mächtig: aber auch hier gibt es Abhilfe).
Abhilfe: Google. Was Google mit existierenden Mitteln entwickelt, lässt andere weit zurück (ExCanvas, Google Maps: alles ohne SVG, aber wie SVG sehr mächtig, mittels Canvas und einem Canvas-VML-Klon).
Schönen Abend.
Am 1. Juni 2008 um 10:28 Uhr
@Rafael
> JS (JavaScript) ist FlashScript um Lichtjahre voraus.
Da hat sich aber jemand lange nicht mehr mit der Materie befasst:
Sowas wie FlashScript gibt es nicht. Die Scriptsprache hinter Flash ist ActionScript, aktuell in der Version 3. Sie ist eine Umsetzung des ECMAScript4-Standards, also der jüngsten Ausgabe des Standards auf dem auch JavaScript2 beruht. ActionScript ist also dem momentan in Browsern verfügbaren JavaScript voraus, und nicht umgekehrt. Tatsächlich ist die JavaScript-Engine des zukünftigen Firefox 4 (Tamarin) die gleiche, wie die von ActionScript und wurde von Adobe an das Mozilla-Projekt gespendet. Wen die etwas ungewohnte Objektorientierung des aktuellen JavaScript nervt, darf sich schon auf JavaScript2 freuen. In ActionScript funktionieren Klassen und Objekte hingegen schon jetzt so, wie man es von .NET oder Java gewohnt ist.
Am 4. Juli 2008 um 13:43 Uhr
[...] Silverlight vs. Flash – Ein Vergleich [...]
Am 7. Juli 2008 um 22:22 Uhr
@Rafael,
PHP: hat sicher seine Stärken, scheint aber in letzter Zeit ein wenig an Bedeutung zu verlieren, w.g. Ruby und Python an Popularität.
JS: JavaScript oder JScript? Letzteres läuft leider nur im IE …
… und Standard-JavaScript ist ja eher beschränkt. Vielleicht ist das ja ein Grund für die Gecko2.0-Pläne, eine VM zu schaffen, die neben JavaScript auch Python, Ruby und PHP versteht und Flex-Dom JavaScript-Dom vereinigt.
Silverlight: Also die Version 2.0 crashed gerade meinen FF3.0
Flash / Flex: Zur Zeit sehe ich keine echte Konkurrenz im Bereich der Frontend-Entwicklung. (Aber dennoch gibt’s offensichtlich noch genug Entwickler, die viel Zeit für die Frontend-Entwicklung mit PHP/JacaScript/HTML und Ajax investieren.
Und Flex / ActionScript 3 ist nicht weniger aufgeräumt als Java.
Curl: Super interessant (Hi Friedger!). Vor allem für den kontrollierten Zugriff des Webclients auf OS/Desktop des Users (inkl. DLL’s). Mit PHP geht so etwas leider nicht. (Damit erreichst du nur das OS/Desktop deines Servers). Hier könnte Silverlight noch eine echte Alternative werden.
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Also die vielen Sprachen haben alle ihre Daseinsberechtigung. Man muß nur herausfinden, wann man welche Kombination (!) einsetzt: (Serverseitiges Scripting [Backend] RichClient im Browser [Frontend] Desktop-Access beim Client) und wie man untereinander kommuniziert.
Am 24. Juli 2008 um 19:06 Uhr
Vom Linux-Benutzerstandpunkt kann ich die Diskussion noch wie folgt bereichern: Adobe(Macromedia) hat mir wenn auch mit zeitlichen Lücken immer ermöglicht Flash-Inhalte zu nutzen. Das war mit Microsoft und den Techniken VBScript und jetzt Silverlight in Webseiten bis jetzt nicht der Fall und ich sehe keine Anstrengungen diesbezüglich.
Die Firma Adobe hat für mich trotz der rein kommerziellen Ausrichtung, im Gegensatz zu Open Source, ein gewisses Vertrauen durch die Handhabung des Datenformates PDF gewonnen. Das kann ich von MS bisher nicht sagen.
Am 24. Juli 2008 um 19:15 Uhr
Nachtrag: MS hat vor einiger angekündigt einige Teile als Open Source zu veröffentlichen. Im Rahmen von Mono wird Silverlight als Unterprojekt “Moonlight” entwickelt. Na dann, warten wir’s ab.
Am 2. August 2008 um 16:20 Uhr
[...] Teil 1 | Teil 2 [...]
Am 20. August 2008 um 15:13 Uhr
ich wollte microsoft silverlight 1.0 wieder deinstallieren, ging nicht er bracht mir den Fehler: e:/tem/ext 8202 fehlt.
wie kann ich silverlight deinstallieren, bzw. überschreiben mit 2.0 wenn es sich nicht reparieren bzw. deinstallieren lässt??
könnt ihr mir helfen
danke matthias
Am 2. September 2008 um 17:10 Uhr
[...] weiß man noch nicht so genau, ob es als Konkurrent zu Flash oder Shockwave auftreten will. Verglichen wird es meist mit Flash. Fakt ist, dass Silverlight unglaubliches Potenzial hat, einige Demoseiten [...]
Am 17. September 2008 um 01:08 Uhr
Ich sehe das Potential von Silverlight vorerst auch definitiv im RIA-Bereich. Ich habe nun Flash von Version 4 bis CS 3 (AS 3) und C# 1.0 bis 3.5 mitgemacht und muß leider nach wie vor sagen, dass “ernsthafte” Programmierung mit Flash ein einziges Grauen ist. Das gilt gar nicht mal so sehr für AS, sondern viel mehr für die “Entwicklungsumgebung” Flash. Intellisense, Debugger, Projektverwaltung u.v.m. sind einfach (sorry) unterirdisch. Bei AS selbst gibt es nach wie vor keine echte Typsicherheit, von Background-Kompilierung und Syntaxchecks zur Entwurfszeit o.ä. gar nicht zu reden. Hier kann Flash m.E. einfach immer noch nicht seine Herkunft aus dem Design-/Animationsbereich verleugnen. Bei Flex sieht das zwar schon deutlich besser aus, 100%ig überzeugen konnte zumindest mich aber auch das bisher nicht. Das Problem bei beiden ist aber in meinen Augen vor allem der Technologiebruch zwischen Front- und Backend, der fast zwangsläufig ist, wenn Serverseitige Funktionalität von Nöten ist. Hier ist mit Silverlight für .Net-Entwickler nun die Möglichkeit gegeben, bei Front- und Backend die gleiche Sprache und das bereits vorhandene KnowHow zu nutzen. Vom Offline-/Online-Entwickler ist der Sprung zum RIA-Entwickler also zum Katzensprung geworden. Da geht’s vielleicht auch nicht so sehr um Klicki-Bunti-Sites, sondern darum, die Desktop-UserExperience ohne Ajax und Konsorten in den Browser transportieren zu können.
Schönen Gruß
mrhoga
Am 21. September 2008 um 10:30 Uhr
Hi zusammen,
ich habe hier ein paar Grundlagen zum Thema “Video in Silverlight” geschrieben:
http://www.video-flash.de/index/einfuhrung-alles-wichtige-zu-video-in-silverlight/
Viele Grüße Flo
Am 15. Februar 2009 um 23:40 Uhr
@55: Wer oder was hindert dich daran eine andere IDE wie z.B. Eclipse für ActionScript zu verwenden?
@All: Alle Bereiche in denen Microsoft ein Fuß setzt sind für alle anderen verloren? Hmmm. Siehe Firefox > IE, Wii > Xbox und der Mac gewinnt auch immer mehr Anteile, welche Windows verliert. Und Silverlight hat meiner Meinung nach was ich so im Umfeld bei Agenturen und Kunden sehe überhaupt keine Relevanz. Auch im privaten Bereich stoße ich nur darauf, wenn ich mal wieder danach schauen möchte.
Am 18. Februar 2009 um 12:27 Uhr
Hi Christian, danke für den artikel.
ich arbeite seit 12 jahren mit flash, sowohl als designer als auch entwickler. ersteres war schon immer ein vergnügen, zweiteres wird ja letztendlich seriöser.
mxml/xaml, FlashIDEs/VisualStudio, Express/CreativeSuite – alles proprietär, wahnsinnig teuer und das nur damit man zwei firmen ihre vorherrschaft bei plugin-RIAs sichert?
@IDE flash läßt sich in verbindung mit eclipse ja bekanntlich “gratis” entwickeln. gibt es eine alternative bzw. gratis version von visual studio mit der man silverlight entwickeln kann, die nicht nach 90 tagen ausläuft? kann nix finden
als entwickler und somit lediglich anwender halte ich da wenig von evangelismus und somit auch nicht viel von einem, meiner meinung nach, noch so wenig einschlägigen vergleich – den pakt mit dem teufel ging ich ein als ich programmierer mit einer schwäche für design wurde und nicht als ich mich für eine technologie entscheiden musste. also tu ich’s auch nicht.
@ brötchen verdienen: letztendlich ist’s bei technologien wie bei formalen sprachen als auch lebenden sprachen – will ich in einem land mit der mehrheit der menschen kommunizieren muss ich wohl deren gewohnte sprache lernen und sprechen. ich werd bloß nicht aufhören zu reisen – wer glaubt etwas zu sein, hat mitunter aufgehört etwas zu werden.
ich werde mit sicherheit meine ersten gehversuche mit silverlight machen und lass mich ggf. gerne von einem guten konzept überzeugen. microsoft’s leicht aufdringliche ideologie verdirbt mir dennoch stets den magen, da hilft kein silverlight dagegen.
Am 19. Februar 2009 um 22:46 Uhr
@58: http://www.dotnetpro.de/news2683.aspx
Außerdem sind alle Express-Versionen des Visual Studo kostenlos.
Am 20. Februar 2009 um 11:32 Uhr
Hallo,
ich dachte man braucht mindestens “Visual Studio 2008 Standard”, um Silverlight entwickeln zu können!? Oder hat Microsoft mittlerweile eine Silverlight Unterstützung in die kostenlose Express-Version von Visual Studio integriert?
LG Christian
Am 7. April 2009 um 17:21 Uhr
Nun, wiedermal ein Versuch von Microsoft ein paar Millionen zu verbrennen, verbunden mit dem törichten Wunsch wenigstens Teile des Internet durch eigene Produkte zu kontrollieren.
Auch Adobe hat da nichts verloren, solange sie nicht alles offenlegen.
Das Internet ist so groß und beliebt geworden, weil es von jedermann genutzt werden kann, weil man kopieren und übernehemen kann.
Schade, daß es immer von der geschäftsgierigen Industrie unentwegt Versuche gibt, diesen Grundgedanken des bequemen Austauschs von Informationen zu manipulieren.
Kein Mensch brauchte bis heute Silverlight – Microsoft aber will das Geld von Silverlight Kunden. Wer ihnen da helfen will – bittesehr.
Wenn ich schon lese was man da alles ‘braucht’ nur um an den Start zu kommen. Dann hat man unzählige closed source Produkte mit unzäligen Bugs und muß sich auch noch mir deren verquerter Hauslogik anfreunden und hofft auf’s nächste Update.
Wenn ich so tapfere Äußerungen wie 27. Steve lese, ist ja bereits alles gelaufen. Naja – warten wir mal ab, ob die Freiheit des Internet jemals bei Microsoft endet. Bislang ist das Meiste immer noch HTML und das schon seit Jahrzehnten. Erdacht und kostenlos und offen verbreitet von genialen Menschen, die ganz andere Ideen hatten als die Herren in Redmond.
LG Gustl
Am 16. April 2009 um 09:04 Uhr
@Christian
Mit Visual Web Developer 2008 Express (SP1) und den Silverlight-Tools kann man wohl Silverlight entwickeln.
Habs aber nicht ausprobiert, da ich als IT-Student VS2008Pro kostenlos von meiner HS bekomme.
Gruß FlaB
Am 16. April 2009 um 10:09 Uhr
Unter http://www.eclipse4sl.org/ gibt’s ‘ne kostenlose Eclipse-Silverlight-IDE. Ist zwar Open Source, aber Vorsicht – wurde von M$ finanziert!
Am 28. Juni 2009 um 17:42 Uhr
Informativer Artikel, danke dafür.
Aber offen gestanden brauche ich weder das eine (Air) noch das andere (Silverlight). Die einzige akzeptable „Runtime“-Umgebung für Internet-Anwendungen, ob rich oder poor, ist für mich der Browser.
Zugegeben, ich bin technisch eher unbedarft, aber Ansätze á la „Wir bringen das Internet auf den Desktop“ sind m. E. ein Widerspruch in sich und konzeptionell im Grunde sogar ein Rückschritt. Wenn Desktop, dann bitte nativ mit allem Pipapo. Ansonsten eben Web. Und wenn ich mir Anwendungen wie Mindmeister, 28Slides oder von mir aus auch Google Docs betrachte, dann sehe ich dort die Zukunft, aber doch nicht darin, mir für jeden Mist, den ich auch online haben kann, wieder eine spezielle Applikation (nebst Runtime) herunterladen zu müssen, die dann nicht mal die Möglichkeiten meines Betriebssystems ausschöpft.
Selbst Adobe wirbt ja vor allem mit den tollen Branding-Möglichkeiten. Mir scheint da eher der Wunsch Vater des Gedankens zu sein. Oder konkret gefragt: Was hat der gemeine Anwender davon?
Am 30. Juni 2009 um 20:35 Uhr
Dem gemeinen Anwender kann das vielleicht egal sein, aber der Web-Entwickler kann jetzt auch mal eben seine Apps für den Desktop deployen – ohne sich von seiner bevorzugten Entwicklungsumgebung und Programmiersprache verabschieden zu müssen.
Letztlich ist das ist das ganze Thema natürlich subjektiv. Für mich jedenfalls, scheint das ein gangbarer Weg zu sein.
Was spricht eigentlich dagegen das mächtige Flex-Framework ein wenig aufzubohren, um Desktop-Apps zu entwickeln? Sicherlich ist das ganze noch nicht wirklich attraktiv, weil die Desktop-Features noch eher rudimentär ausgestaltet sind, aber das ist wohl nur noch eine Frage der Zeit…
Alchemy, Merapi und Fluorine Apperture sind schon einmal ein paar Ansätze mit Potenzial die gesamte Entwicklung ein wenig zu beschleunigen. Ich jedenfalls habe nicht unbedingt das Bedürfnis mir jetzt noch mal C#o.ä. reinzuprügeln – um eine einfache Desktop-Apps zu bauen.
Das Language-Chaos im Web-Bereich habe ich akzeptiert (php, python, ruby , javascript, as3, java) – für Rapid Development im Desktop-Bereich sehe ich aber keine Notwendigkeit mit weiteren Sprachen zu hasslen …
Am 1. Juli 2009 um 08:50 Uhr
@ seb
Den Vorteil für Entwickler stelle ich nicht in Frage, aber die Akzeptanz entsprechender Anwendungen bei denen, die sie nutzen sollen.
Zehn Jahre nach den ersten kläglichen Versuchen, SaaS zu propagieren, haben wir nun endlich die erforderlichen Bandbreiten und etablierte Standards, die selbst Microsoft nicht mehr ignorieren kann. Und jetzt soll ich den Browser links liegen lassen, um mir statt dessen verschiedene proprietäre Lösungen auf den Desktop zu holen?
Nee, danke. Ich bin wahrlich kein Purist, aber es erscheint mir sehr viel sinnvoller, vorhandene und etablierte Web-Standards weiter zu entwickeln (was im Übrigen ja auch getan wird), als bspw. „das mächtige Flex-Framework ein wenig aufzubohren [...]“
Fazit: Wer mich als Anwender von Air-/Silverlight-Lösungen gewinnen will, der muss mir konkreten Mehrwert bieten. Und einen solchen sehe ich derzeit nicht mal ansatzweise.
Am 4. Juli 2009 um 18:52 Uhr
Da geb ich dir prinzipiell recht – ich selbst habe auch noch keine Silverlight-app oder AIR-App dauerhaft im Einsatz. Aber ich denke, das ist nur ne Frage der Zeit – bis es endlich richtig sinnvolle Apps gibt, die eben nicht mit C, Java oder dem Visual Studio-zeugs programmiert wurden. Ob der End-User schließlich in irgendeiner Weise davon profitiert, das seine neue Desktop-App aus einer Entwicklungsumgebung stammt, die es ursprünglich nur für Web gab – sei jetzt mal dahin gestellt. Eines ist auf jeden Fall sinnvoll: X-Plattform-Support (wie bei java) …
Das hast du zwar auch mit Webtechnologien – dafür sind die ja bekanntlich nur mit großem Aufwand X-Browser-kompatibel zu bekommen … wenn ich da an den ganzen Hazzle mit den verschiedenen Interpretationen von Web-”Standards” in den IE’s denke …
Dazu kommt, – Web-Apps laufen natürlich auch nicht ohne den Browser (mal von Prism etc abgesehen … und das widerum ist ja auch nur ne Desktop-Runtime). Und aktuelle Web-Standards sind ja auch schon ein wenig veraltet oder? Die Global Player tuen sich immer ein wenig schwer, dass ganze mal ein wenig zu beschleunigen. Wie lange warten wir schon auf den nächsten Major von JavaScript – oder wie lange hat die PHP-Community gebraucht, um endlich den Support für PHP4 ein zustellen – um schließlich dann doch noch mal 5.3 fertig zu bekommen?
Abschließend, ganz ohne Desktop-Apps wird so schnell wohl nicht gehen. Beispiel: Es ist nicht so einfach einem Kunden im Bereich Industrie-Automation zu erklären, warum er statt ner Desktop-Anwendung auf seinem Industrie-PC jetzt unbedingt einen Apache und nen Browser braucht, um seine Maschinen zu steuern – obwohl der Rechner aus Sicherheitsgründen sowieso nicht ans WWW angeschlossen werden darf.
Ich glaube, das was wir jetzt alles haben – hat alles irgendwo seine Daseinsberechtigung…
Am 5. Juli 2009 um 09:32 Uhr
Dein berechtigter Hinweis auf die Unterminierung der Webstandards durch Microsoft spricht ja eindeutig gegen proprietäre Plattformen im allgemeinen, und eben dieses Unternehmens im besonderen. Gerade durch das konsequente Festhalten an den Webstandards seitens der Entwickler und der Nutzer (Stichwort Firefox) wurde Microsoft ja letztlich gezwungen, sich diesen Standards anzupassen (oder zumindest anzunähern, siehe CSS und IE). Es wäre ja geradezu absurd, diesen Weg nicht weiter zu gehen und statt dessen jetzt auf eine microsoft- (oder adobe-) spezifische Technologie umzuschwenken.
Ich stelle auch keineswegs Desktop-Anwendungen in Frage (obwohl ich sicher andere Beispiele als gerade Maschinensteuerung genannt hätte), sondern lediglich plattformunabhängige Desktop-Anwendungen. Weil es für mich, wie schon gesagt, ein Widerspruch in sich ist.
Und was die vielleicht manchmal etwas zähen Vereinbarungs- und Umsetzungsprozesse von JavaScript, PHP etc. betrifft: Es liegt in der Natur der Sache, dass allgemeingültige Standards etwas länger brauchen als die hausinterne Entwicklung einer proprietären Technologie. Man muss eben viele Belange und Interessen unter einen Hut kriegen. Genau da liegt im Ergebnis aber auch der enorme Vorteil, sowohl praktisch als auch strategisch. Und ich persönlich finde, dass die Webstandards gut gediehen sind und inzwischen sehr viele Möglichkeiten bieten. Beispiele dafür hatte ich oben bereits genannt. Und wir stehen ja im Grunde erst am Anfang der Entwicklung.
Es ist übrigens nicht so, dass ich von Hause aus gegen Technologien wie Air oder Silverlight wäre. Als Pragmatiker sehe ich mir solche Sachen durchaus interessiert und ohne Vorbehalte an. So bin ich z. B. auch hier auf dieser Seite gelandet. Und selbstverständlich habe ich auch schon die eine oder andere Air-Applikation ausprobiert. Es hat mich jedoch keine einzige überzeugt. Und je länger ich mich mit dem Thema Air/SL beschäftige, desto ungünstiger erscheint mir das Verhältnis von Chancen zu Risiken.
Ich bin aber nach wie vor offen für praxisrelevante Argumente oder Beispiele für den sinnvollen Einsatz von Air bzw. Silverlight anstelle vorhandener Web- und Desktop-Technologien.
Am 10. Juli 2009 um 21:07 Uhr
Ich sehe das grundsätzlich genauso – aber Chance und Risiko…
Chance ok. Risiko ??? Das impliziert, dass irgend einer etwas zu verlieren hätte.
Ich sehe da höchstens sunk costs, speziell oportunity costs, die dadurch entstehen, dass ich für das Ausprobieren und Lernen Zeit aufwende. Echte Auszahlungen sehe ich erst mal nicht: Das SDK ist open source – die Entwicklungsumgebung gibts zum Null-Tarif.
Die zweite Sache betrifft die Geschwindigkeit der Entwicklung von JavaScript und PHP ..
Glücklicherweise ist ja häufig dem Developer freigestellt – ob er sich mit der gemächlichen evolutionären Entwicklung aktueller Standards zufrieden geben will – oder revolutionären Ansätzen eine Chance gibt. Im Bereich der serverseitigen Skriptsprachen fürs Web bleibt der eine dann eben bei PHP und baut sich alles selbst; der andere wechselt zu Python oder Ruby ..
Bei den clientseitige Sprachen, die im Browser ausgeführt werden, gibts leider weniger Optionen. JavaScript macht Spass – obwohl schon ein wenig angestaubt. Reicht einem das nicht – kommt man um Browser-Plugins (Flash, Silverlight, Curl Nitro) einfach nicht herum.